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Lutz Manzke Trechwitz |
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Der Biber war zum Ende des 19. Jahrhunderts in Mitteleuropa fast ausgestorben. Besonders in den letzten 30 Jahren hat sich diese Art in angrenzende Gewässer wieder ausgebreitet. So gelangten die Biber auch über die untere Havel bis in unsere Region. Die Havel beherbergt heute an geeigneten Flussabschnitten wieder eine Reihe von Biberrevieren. Selbst in der Stadt Brandenburg kommt der Biber an der Havel und ihren Seen wieder vor. Dabei folgen insbesondere die jungen Biber auf der Suche nach neuen Revieren den Wasserläufen und gestalten an kleinen Fließen durch den Bau von Dämmen und Deichen Wasserverhältnisse, die ihnen zusagen. Nicht selten setzen sie die angrenzenden Auen am Ufer unter Wasser und regeln den Wasserabfluss nach ihren Bedürfnissen. In geeigneten Revieren können die Tiere, die bis zu 30 Jahre alt werden, sehr lange und beständige Bewohner sein. Über den Emster-Kanal haben die Biber schon vor mehr als zwei Jahren einen Vorstoß in Richtung Rietzer See unternommen. In Höhe der Bahnlinie wurde ein Baum von einem Biber am Ufer des Emster-Kanals gefällt. Seit einigen Wochen kann man jetzt die markant bleistiftförmig angespitzten Bäume oder deren Stümpfe finden, Biber halten keinen ausgesprochenen Winterschlaf, verbringen im Winter aber längere Zeiten in ihrem Bau, der stets am Ufer zu finden ist, so dass die Tiere über en unterirdischen Eingang direkt vom Wasser her in den Bau gelangen können. Im Bau befinden sich oberhalb der Wasserlinie die Kammern, in denen sich die Tiere aufhalten. Im Winter ernähren sie die Tiere von Ästen und der Rinde einiger Weichholzarten, wie zum Beispiel Pappeln und Weiden, die an den Ufern meist weit verbreitet sind. Neben eine zirka 30 cm starken Pappel, deren Rinde die Tiere derzeit so nach und nach fressen, haben sie auch eine Reihe etwa armstarker Weiden gefällt und abtransportiert. Diese Weiden dienen als Futter und sind vielleicht ein erster Hinweis darauf, dass diese Weidenstämme auch als Baumaterial für den Bau einer Biberburg verwendet wurden. Biber sind sehr scheue und streng geschützte Tiere. Das wissen viele Menschen nicht. Wegen ihrer nachtaktiven Lebensweise wird man sie sicher nicht beobachten können. Viel mehr wird man die Fraßreste, Burgen, Dämme und Deiche als Zeichen ihrer Anwesenheit finden. Ein Haufen aus Schilf, Sand und den typisch angespitzten Stämmen oder Ästen ist aber ein sichtbarer und deutlicher Hinweis auf die Anwesenheit dieser geschützten Art. Diese Bauwerke der Biber sind ebenso geschützt wie die Tiere selbst und sollten in keiner Weise verändert oder beschädigt werden, denn die Biber sind sehr scheu und können ein besiedeltes Revier auch schnell wieder aufgeben. |